Warum immer mehr Deutsche nach Paraguay ziehen
Residencia, Steuern ohne DBA, Lebenshaltungskosten und Sicherheit: was Gesetze und amtliche Zahlen Deutschen sagen, die nach Paraguay ziehen wollen.

2025 erteilte die paraguayische Migrationsbehörde DNM (Dirección Nacional de Migraciones) 40.600 Aufenthaltsgenehmigungen, 42 % mehr als im Vorjahr. Deutsche lagen mit 1.652 Genehmigungen auf Platz drei der Nationalitäten, nach 1.071 im Jahr 2024. Auch das Auswärtige Amt verzeichnet seit 2015 wieder eine verstärkte Auswanderung von Deutschen nach Paraguay. Hier die Gründe, die oft den Ausschlag geben, mit amtlichen Quellen, und was Sie in Ruhe prüfen sollten.
Rechtssicherheit für ausländische Investoren
Grundlage ist das Investitionsgesetz Ley 117/1991:
- Ausländische Investoren haben dieselben Garantien, Rechte und Pflichten wie inländische (Art. 2) und werden steuerlich gleich behandelt (Art. 10).
- Das Eigentum ist garantiert, ohne andere Grenzen als die der Verfassung und der Gesetze (Art. 5).
- Kapital darf frei ins Land gebracht und wieder ausgeführt werden, ebenso Dividenden und Zinsen, nach Zahlung der jeweiligen Steuern (Art. 6).
Zwischen Deutschland und Paraguay gilt außerdem seit 1998 ein Investitionsschutzabkommen. Das Gesetz über die Grenzsicherheitszone (Ley 2532/2005), das ländliche Grundstücke in einem 50 Kilometer breiten Streifen entlang der Grenze beschränkt, gilt nur für Bürger der Nachbarländer Argentinien, Brasilien und Bolivien, und seit der Ley 2647/2005 unter anderem nicht für jene mit unbefristeter Residencia in Paraguay, nicht für Erbschaften und nicht für vor 2005 erworbene Rechte. Deutsche betrifft es nicht.
Der Kauf wird vor einem Escribano, dem paraguayischen Notar, beurkundet und im Registro Unificado Nacional (RUN) eingetragen, der seit Januar 2026 Immobilienregister und Kataster vereint. Ohne Eintragung wirkt der Erwerb nicht gegenüber Dritten.



